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Angel, was tust du da?

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Angel Ramirez

Ich arbeite mit Teams und Führungskräften an konkreten Herausforderungen aus ihrem Arbeitsalltag, etwa Teamdynamiken, Führungsfragen, Konflikten oder Veränderungen, und begleite sie dabei, tragfähige Lösungen für sich zu entwickeln. Ich arbeite nicht ausschließlich mit Führungskräften zusammen – aber oft geht es auch um das Thema Führung. Innovation und Diversity/Vielfalt sind weitere Felder, in denen ich Teams weiterentwickle. Von meinem Hintergrund bin ich Coach und Organisationsentwickler, ich arbeite systemisch und ich bin verbandszertifiziert.

Kann ich verstehen, ist es aber nicht. Meine Arbeit ist sehr konkret und häufig geht es darum, dass ich Menschen in Teams dazu anleite, klar miteinander zu sprechen und verlässliche Absprachen zu treffen. Dabei gilt als Faustregel: Wenn ich als Coach kein klares Bild davon habe, wovon gesprochen wird, dann haben einige aus dem Team das auch nicht. Mir geht es um Klarheit. Ich moderiere viel, stelle dumme Fragen und arbeite auf Einigungen hin. Dabei kann man sich auch darauf einigen, dass man sich bei bestimmten Punkten erst einmal nicht einigen kann – aber auch das muss mit Klarheit einmal so festgehalten werden. Sonst haben wir keinen Ausgangspunkt, um eine Alternative zu suchen. Wenn ich mit Einzelklient:innen arbeite, dann ist das im Grunde sehr ähnlich: Was ist meinem Gegenüber klar, was nicht? Wo können wir mal die Perspektive wechseln? Wie sieht das Ziel aus, und wie kommen wir dahin? Gibt es Barrieren, die hindern, oder auch Ressourcen, die einzusetzen sind? Ich arbeite dabei gerne im ganzen Raum, wir stellen Dinge zueinander hin, probieren aus … und gehen raus aus dem Kopf. Sehr konkret und greifbar eben.

Haha … Ich mag das einfach sehr gerne, was ich da tue. Wirklich!

Mir kommt da ein Moment in den Kopf am Ende eines Diversity-Trainings. Eine Teilnehmerin, die im Verlauf des Tages wiederholt und deutlich, teils emotionales Kontra gegeben hatte, gab am Ende in der Schluss-Runde des Tages ein sehr ehrliches Feedback: Sie habe immer noch ihre Meinung und immer noch eine hohe Mauer, was bestimmte Themen und Aspekte davon anbelangt. Aber Sie müsse zugeben, dass die Mauer leicht Risse erfahren habe. Und genau darum geht es mir: wir müssen uns zuhören, andere Meinungen und Standpunkte aushalten. Und wir müssen bereit sein, uns vielleicht ein wenig anzunähern, um neue Positionen auszuprobieren und zu erkennen, was dahinter steckt.

Bei einigen Themen oder Settings denken die Menschen häufig, dass ich als Externer dazu gerufen wurde, um sie irgendwie „auf Spur“ zu bringen, sie zu verändern, ihnen zu sagen, wie es „richtig“ läuft. Das ist allerdings nicht mein Ansinnen und solche Aufträge nehme ich auch nicht an. Meine Haltung ist die folgende: alle Teilnehmenden an meinen Veranstaltungen oder Klient:innen von Coachings kommen mit ihrer ganz eigenen Sammlung an Gedanken, Positionen, Wünschen, Emotionen, etc. durch die Tür herein.
Gemeinsam tauschen wir uns aus und ich werde sicherlich im Laufe der Veranstaltung oder des Coachings hier und da genauer nachfragen und vielleicht auch schon mal den Finger auf die ein oder andere Stelle legen. Das ist meine Arbeit. Hier kann Wachstum passieren. Ich bin allerdings nicht da, um das Innenleben der Menschen zu kontrollieren oder zu optimieren. Am Ende eines Tages gehen die Leute wieder mit ihrer ganz persönlichen Sammlung an Gedanken, Positionen, Wünschen und Emotionen aus der Tür hinaus. Und was in der Zwischenzeit in ihnen passiert ist – und auch was nicht – ist zu einem großen Teil ihre eigene Verantwortung und ihr eigenes Ergebnis. Lade ich vielleicht schon mal dazu ein, das zu teilen? Sicherlich. Muss geteilt werden? Auf keinen Fall.

Warum auch ich … (lach) Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich am Anfang meiner Arbeit des Themas angenommen habe, WEIL es gesetzt zu sein schien. Mir war persönlich klar, dass ich gerne mit Organisationen und Menschen IN diesen arbeiten möchte. Da schien es mir ein unumgängliches Thema zu sein, das nicht zuletzt in meiner Ausbildung einen großen Raum erfahren hat. Über die Jahre ist mir Führung als Schwerpunkt dann auch tatsächlich ans Herz gewachsen, vielleicht auch, weil sie einfach alles in Organisationen und Menschen durchdringt. Setzen wir mal drei Leute zusammen und geben ihnen nichts zu tun. Es etabliert sich Führung. Nehmen wir ein Team von acht Personen, die glauben, ihre Führungskraft hätte es nicht drauf. Es etabliert sich eine informelle Führung. Und denken wir an uns selbst: welche waren die erfolgreichen und weniger befriedigenden Momente im eigenen Leben, und wie haben wir uns selbst geführt? Gerade in letzter Zeit fällt unser Blick vermehrt auf die Aussage, dass es weniger wichtig zu sein scheint, wie geführt wird, als eben DASS geführt wird. Aus all diesen Gründen ist es nicht nur lohnend, sondern vor allem extrem spannend, sich dieses Tierchen „Führung“ anzuschauen. Nicht nur, wenn Menschen zum ersten Mal in eine solche Rolle kommen. Aber dann ganz bestimmt.

Ehrlich gesagt habe ich erst spät erkannt, dass ich deutliche persönliche Verbindungen zu diesem Thema habe. Ich war zunächst in das Feld gegangen, weil es angefragt wurde und es mir immer schon am Herzen gelegen hat, wie wir miteinander umgehen und welche gedanklichen Schubladen dazu führen, dass wir Menschen sehr unterschiedlich behandeln. Diversity ist eigentlich ein Paradebeispiel für Reflexion, Eigenerkenntnis, Kommunikation, Haltung … Viele Leute denken, es gehe da hauptsächlich um geschlechtliche Identitäten und das korrekte Gendern im Akkusativ Plural. Da kommt es dann viel zu Augenrollen und lautem Schnauben. Aber: die Betrachtung der menschlichen Vielfalt ist viel reicher, denn es geht um viele Faktoren, die Personen ausmachen und es geht auch um Errungenschaften von Bewegungen, die schon sehr lange bei uns sind. Da ist beispielsweise die Frauenrechtsbewegung und der Feminismus. Da ist aber auch die wachsende Erkenntnis, dass Menschen, die eine Behinderung haben, auch viele andere Merkmale aufweisen. Warum stelle ich also als Außenstehender dieses eine Merkmal in den Vordergrund und treffe Entscheidungen, die diese Person selbst treffen kann? Die Reflexionen in diesem Zusammenhang sind eben genau das: Lehrstücke in Diversity.
Und ja, ich habe in meiner Jugend eigene Erfahrungen gemacht, die mich vielleicht dafür sensibilisiert haben, wie es sich anfühlt, für Teile meiner Person abschätzig behandelt zu werden. Die abschätzige, nachteilige Behandlung ist aber immer ein Problem, auch wegen des Alters, auch wegen der sozialen Herkunft.

Kurzversion: Alles. Aber alles Gesagte hat auch seine Konsequenzen. Manches kann auch strafrechtlich relevant werden. Das meiste jedoch nicht. Trotzdem ist ein aufmerksamer Umgang mit Sprache nichts Neues für uns. Wir haben uns nur vielleicht über manche Anwendungsfelder von Sprache bisher wenig Gedanken gemacht – weil es bisher für einige von uns nicht erforderlich war. Viele Menschen aus meiner direkten Umgebung haben es bisher beispielsweise nicht erlebt, was es bedeutet, Ziel einer rassistischen Zuschreibung zu sein. Da fühlt sich das Argument vielleicht sehr nah an, dass man immer schon „Z***-Schnitzel“ gesagt habe und dass das doch nichts Schlimmes sei. Der erste Teil der Aussage stimmt ja auch. Häufig ist es aber so, dass wir selbst Situationen aus unserem Leben kennen (meist aus der Kindheit), in denen wir selbst mit Zuschreibungen und Begriffen konfrontiert wurden, die sich für uns sehr abwertend, beschämend und einfach nur distanzierend angefühlt haben. Häufig sind dies Beschreibungen und Bezeichnungen unserer Körperform, des Körpergewichts, der Haarfarbe, möglicher Sehhilfen, aufgetragener Kleidung älterer Geschwister, Gewohnheiten, Sprache … da geht vieles. Auch hier kann man sagen, dass die Gegenseite es nicht böse meinte (und wahrscheinlich manchmal doch!) – und dennoch hat es uns verletzt und teils tiefe Spuren hinterlassen. Wenn ich mir nun Begriffe anschaue, die in ihrer Geschichte niemals neutral, sondern immer nur abwertend und xxx verwendet wurden, dann kann ich mich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass ICH diesen Begriff doch total neutral verwende … oder ich nutze einfach einen anderen, der niemanden verletzt. Klar hat „Schnitzel mit feuriger Paprika-Sauce” keine Verbindung zu meiner Jugend (zumal ich selbst heute kein Fleisch mehr esse), aber es fühlt sich auch für niemanden mehr verletzend an. Und das ist doch ein schöner Gewinn, für einen relativ niedrigen Preis, wie ich finde.

Zunächst einmal baue ich nicht selbst, sondern ich lasse bauen. Und sicherlich ist da nie ein Zwang dahinter. Aber bei machen Fragestellungen ist es sehr lohnenswert, den Zusammenhang und die Beziehung von „Dingen“ sich anzuschauen, die uns begleiten … ein konkretes Beispiel: ein Team hat über die Jahre ein wenig den Überblick verloren, was es eigentlich alles macht, was demnächst Wichtiges ansteht, welche Abläufe (noch) sinnvoll sind und wo gegebenenfalls Hürden sind. Um nicht immer im Kopf zu bleiben und alles in der komfortablen Sicherheit eines zweidimensionalen Flipcharts zu verhandeln (denn die Welt ist nie zweidimensional!), kann man Projekte, Abläufe, Verbindungen im Raum stellen. Und sobald etwas Physisches da ist, arbeitet unser Gehirn ganz anders. Ich kann nun viel leichter beispielsweise abgeschlossene Projekte befragen, was sie mir mit auf den künftigen Weg geben wollen. Das ist klassisches Systemisches Arbeiten. Ich leite für und mit Teams gerne die Wanderung an – wo genau die Gipfel und die Täler liegen, und wo die Kurven, die uns immer wieder hinaus katapultieren, das sehen (und verstehen) wir dann in der gemeinsamen Arbeit.

Nicht wirklich. Ich stelle Fragen, stelle mich dumm, halte Finger drauf, gebe Raum. Wenn meine Gegenüber ehrlich sind und sich einbringen, dann kann was richtig Tolles entstehen. Wenn sie hingegen mit Dingen hinterm Berg halten und so tun, als wüssten Sie schon alles, dann verdiene ich einfach nur leichtes Geld. Kann ich auch gut.

Teile von mir denken sich das gerne (lach). Andere Teile von mir zeigen mir dann aber einen Vogel. Ich schaue dann immer letztere Teile an und nicke ganz unmerklich.

Das nutzen wir, wenn wir es brauchen. Wir müssen da auch keine Religion draus machen.

Genau.

Ps: Stellen Sie mir doch mal eine Frage. Fände ich gut.

Systemische Entwicklung für Organisationen, Teams und Einzelpersonen: Verortung.

Angel Ramírez vernetzt in seiner Arbeit das Coaching und die Systemische Organisationsentwicklung mit Ansätzen klassischer Positionierung und bietet dadurch Entwicklung für Organisationen, Teams und Einzelpersonen. Systemische Prinzipien und ein ganzheitliches Verständnis von Unternehmen und ihren Stakeholdern bilden die Grundlage seiner Arbeit. In der Umsetzung sind Formate in Präsenz als auch remote möglich.

Angel Ramirez bei einem Workshop zu Verortung

Verortung.

Wer sich des eigenen aktuellen Standorts und seiner Bedingungen bewusst ist, erkennt, wo Neues zielgerichtet in Gang gesetzt werden kann. In Einzelcoachings, in der Führungskräfte- und Teamentwicklung sowie in der Begleitung von Change-Prozessen eröffnen sich Wege zur Transformation aller Einheiten eines Unternehmens.

Verortung zeigt die Position, den Ort, an dem sich eine Organisation, ein Team oder eine Person befindet und bietet Formate für die Entwicklung zu einem passenderen Ort an. In dieser Systemischen Entwicklung werden Werte, Kulturmuster und Visionen greifbar gemacht, um dann flexibel agiert zu können. Mehr

Angel Ramírez ist in vier Kernbereichen aktiv.

Team-Entwicklung

Entwicklung durch Verortung bietet Ihrem Team Raum für Reflexion und Selbsterkenntnis. Dadurch werden ein konstruktiver Austausch ermöglicht und Schlüsselkompetenzen trainiert, die den Erfolg des gesamten Teams sichern. Weg von negativer Reibung, in der Ressourcen verpuffen, hin zu positiver Reibung, an der alle wachsen und bei der das Team und die Führungskraft eine gute Einheit sind. Mehr

Leadership

Ehrliches und zeitgemäßes Leadership bedeutet, eine zu den Anforderungen der Organisation, des Teams und der eigenen Biographie passende Führungsrolle zu definieren und zu füllen. Angel Ramírez begleitet Sie auf diesem Weg, damit Sie Teams so leiten können, dass ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander die vorhandenen Ressourcen aktiviert und Sie selbst eine sinnvolle und wachstumsfördernde Position einnehmen. Mehr

Agilität

Verortung zeigt Ihnen das Spektrum agiler Arbeitsweisen auf, in dem Sie sich bewegen können und mit denen Sie kreative Kräfte sinnvoll urbar machen. Über Impulse und Anpassungen begleitet Sie Angel Ramírez zum agilen Ansatz, der zu Ihnen passt und den Sie in der Organisation und im Team umsetzen können. Mehr

Change-Management

Innerhalb von Change-Prozessen liefert Ihnen Verortung Weitsicht, Visonsstärke und Konkretisierungskompetenz, damit Ihre Organisation den gangbaren Weg durch die Veränderung findet und meistert. Dadurch „überstehen“ Sie Veränderung nicht nur, sondern setzen diese als Quelle der Stärkung und Aktivierung ein. Mehr

Und dann auch: Diversity

Diversity ist ein Thema, das sich durch die oben genannten Kernbereiche durchzieht. Es geht um ein deutliches Buwusstmachen einer Vielfalt, die schon lange da ist – die schon immer da war. Mit der wir uns aber jetzt, da wir sie benennen möchten, manchmal schwer tun ...

Wie geht Ihre Organisation mit Diversity um?

Verortung freut sich auf Kontakt.


Angel Ramírez
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Zertifizierter Coach und aktives Mitglied im Coaching-Verband Qualitätsring Coaching und Beratung e.V. (QRC e.V) sowie im Berufsverband für Philosophische Praxis BV-PP.

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Ich verpflichte mich, nach den ethischen Richtlinien und im Sinne des Berufskodex für die Weiterbildung des Forum Werteorientierung in der Weiterbildung e.V. zu handeln und bin dadurch berechtigt, das Siegel „Qualität – Transparenz – Integrität“ zu führen.

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